Ratgeber: Cognacglas oder Cognacschwenker?

Wer ein passendes Glas für den Genuss von Cognac sucht, wird schnell vor die Wahl gestellt: Darf es ein klassischer Cognacschwenker mit bauchiger Form sein oder lieber ein tulpenförmiges Cognacglas? In diesem Artikel wollen wir beide Glas-Typen vorstellen, gehen auf Vor- und Nachteile der verschiedenen Formen ein und erklären, welches für welchen Zweck optimal geeignet ist.

Der Cognacschwenker

Der Cognacschwenker (auch Ballon-Glas genannt) ist das klassische Glas für Cognac-Genießer. Der Schwenker hat eine prägnante bauchige Form, der sich nach oben hin zu einer kleineren Öffnung verjüngt. Der Stiel ist eher kurz und schließt mit einem breiten Fußteil ab, welches dem Cognacschwenker einen soliden Stand ermöglicht. Durch die runde Form erhält der Cognac im Schwenker viel Raum zum Atmen. Im Zusammenspiel mit dem Sauerstoff kann seinen vollen, runden Geschmack entfalten. Das Glas liegt zudem gut in der Hand. Durch das Glas überträgt sich so die Handwärme ins Innere – der Cognac bekommt schneller die optimale Temperatur, bei welcher sich die Aromen freisetzen. Ein Nachteil des Cognacschwenkers ist seine Eigenschaft, auch starke Alkoholnoten freizusetzen. Riecht man am Cognac, so steigen diese in die Nase. Wer also ein Nosing (also eine Geruchsprobe) des Brandes durchführen möchte, ist mit dem Schwenker also nicht optimal beraten.

Das Cognacglas

Die tulpenförmigen Cognacgläser (auch Tulip-Glas genannt) zeichnen sich durch einen schmaleren Bauch aus. Sie erinnern in ihrer Form und Gestalt an Nosing-Gläser für Whisky. In Frankreich werden sie schon seit einigen Jahren immer beliebter und sind praktisch zum Standardglas für Cognac avanciert. Das Tulip-Cognacglas hat einen langen Stiel, an den sich ein mittelgroßer Glaskörper in Tulpenform anschließt. In seinem kleineren Bauch sammeln sich die Aromen des Cognacs und werden stärker als beim Cognacschwenker gebündelt, bevor sie über die schmale Kante in die Nase bzw. den Mund des Genießers gelangen. Das erlesene Bouquet der Spirituose kommt beim Nosing besser zur Geltung, weshalb viele Cognac-Connaisseure diese Glasform dem klassischen Schwenker inzwischen vorziehen.

Fazit: Was ist besser?

Es kommt wohl wie immer im Leben auf den Charakter des Genießers an, welches Cognacglas er bevorzugt. Der klassische Cognacschwenker – von den Franzosen schon seit längerem als „deutsches Aquarium“ belächelt – erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Für Genießer, die ihren Cognac auch trinken möchten, bietet er die optimale Verbindung aus Stil, Tradition und Alltagstauglichkeit. Wer den Cognacschwenker in der Hand hält, ist sofort als Genussmensch zu erkennen. Der feinsinnige Verkoster wird hingegen vermutlich das tulpenförmige Cognacglas seinem bauchigen Verwandten vorziehen. Es bietet die perfekte Form, um einen Cognac mit all seinen Feinheiten zu erkennen, ihn vor dem Genuss per Nosing in seine Elemente zu zerlegen. Auch bei diesem Glas muss es schließlich nicht bei einem einzigen Schluck bleiben. Für welches Cognacglas man sich auch entscheidet – einen Vorteil bieten alle Cognacschwenker: Auch Armagnac, Brandy, Grappa oder Edelbrände erhalten in ihnen das optimale Aroma und können ihre komplexe Struktur optimal entfalten. Sie sind Spirituosen-Gläser für Genießer, welche Tradition und Qualität zu schätzen wissen.

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